Baclofen

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10 mg 30 95
10 mg 60 136
10 mg 90 172
10 mg 120 210
10 mg 180 268
25 mg 30 105
25 mg 60 146
25 mg 90 183
25 mg 120 220
25 mg 180 278

Baclofen ist ein Medikament, das ursprünglich vor allem unter dem Handelsnamen Lioresal® bekannt war. Mittlerweile wird der gleiche Wirkstoff auch in Form von verschiedenen Generika vertrieben, zum Beispiel als Baclofen dura®. Mehr über den Wirkstoff Baclofen erfahren Sie im Folgenden.

Was ist Baclofen?

Baclofen wird zur Minderung des Muskeltonus, also der Stärke der Muskelspannung, eingesetzt. Baclofen fällt damit in die Medikamentenklasse der Antispastika und Muskelrelaxantien. Eine Besonderheit von Baclofen ist seine zentrale Wirksamkeit. Das bedeutet, dass der Wirkstoff vom Blut aus auch zum Teil über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn und ins Rückenmark wandert und deshalb dort direkt an den Nervenzellen wirkt.

Wie wirkt Baclofen? 

Baclofen ist ein Agonist am GABA-Rezeptor, ein Rezeptor für Gamma-Aminobuttersäure (aus dem Englischen, gamma-Aminobutyric acid). GABA und der genannte Rezeptor wirken hemmend und damit entspannend auf Nervenzellen im Zentralen Nervensystem (ZNS, zu dem Gehirn und Rückenmark zählen) und über Umwege auch auf die Muskulatur. 

Baclofen wiederum imitiert die Wirkung von GABA und erzielt damit ebenfalls die beschriebene entspannende Wirkung. Folglich kommt es als Medikament bei der Therapie von Spastiken, Krämpfen und teilweise auch Alkoholismus (außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete) zum Einsatz.

Baclofen gegen Alkoholsucht?

Bisher gibt es noch nicht ausreichend wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen, was die Verwendung von Baclofen bei Sucht im Allgemeinen und Alkoholismus im Speziellen angeht. 

Vor allem Einzelfallstudien zur Anwendung von Baclofen bei Alkoholabhängigkeit sind in der Literatur zu finden. Manche der Studien zeigen zum Beispiel, dass Baclofen bei normaler und zugelassener Dosierung keinen größeren Effekt auf Alkoholabhängigkeit zu haben scheint als Placebos.

Andere Studien hingegen, in denen Baclofen auch in deutlich höheren Dosierungen eingenommen wurde, deuten in manchen Fällen eine unterstützende Wirkung von Baclofen bei der Suchtbehandlung hin.

Wie wirkt Baclofen gegen Alkoholabhängigkeit?

Der Studienstand lässt vermuten, dass je nach Dosierung von Baclofen eine Wirksamkeit gegen Alkoholabhängigkeit vorliegen könnte.

Die Studienteilnehmer mit Alkoholabhängigkeit beschrieben zum Beispiel, dass ihr Verlangen nach Alkohol unter Therapie mit hochdosierten Baclofen-Tabletten weniger geworden sei. Eine klare wissenschaftliche Empfehlung gibt es diesbezüglich aber nicht.

Zu beachten ist zudem, dass mit höherer Dosis auch mehr Nebenwirkungen auftreten können. Deshalb ist Baclofen in Deutschland nicht zur Therapie einer Sucht zugelassen. Eine Behandlung kann nur stattfinden, wenn das Medikament zur Therapie off-label, also außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete von Baclofen, per Rezept von einem Arzt verschrieben wird. 

Nalmefen bei Alkoholsucht

Nalmefen, ein anderer Wirkstoff, der ebenfalls über längere Zeit in der Diskussion zur Therapie von Alkoholsucht war, ist hingegen mittlerweile zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit zugelassen. 

Nebenwirkungen von Baclofen

Die Nebenwirkungen, die bei einer Therapie mit Baclofen auftreten können, hängen hauptsächlich mit der dämpfenden Wirkung zusammen. 

  • Schläfrigkeit
  • Muskelschwäche
  • niedriger Blutdruck
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Benommenheit bis hin zu Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • leise Sprache
  • Doppeltsehen 
  • Atemschwierigkeiten

Vorsicht: Bei gleichzeitiger Anwendung von Baclofen mit anderen dämpfenden Medikamenten oder Psychopharmaka, wie zum Beispiel Antidepressiva, kann es zu einer gegenseitigen Wirkverstärkung kommen. Diese Medikamentengruppen sollten deshalb nur in enger Rücksprache mit Arzt und Apotheker zusammen eingenommen werden.

Anwendung von Baclofen

Bei der Einnahme von Baclofen gibt es unter anderen folgende Punkte zu beachten:

  • Wann einnehmen? Baclofen wird vor allem zur Behandlung von schweren Spastiken eingesetzt, die zum Beispiel nach Verletzungen, bei Multipler Sklerose oder anderen Krankheiten des Rückenmarks auftreten. Der Wirkstoff kann als Tablette eingenommen werden, üblicherweise in 10 mg oder 25 mg Form. Werden besonders hohe Dosen benötigt, kann Baclofen auch über eine Baclofenpumpe direkt in die Nervenflüssigkeit gegeben werden. Diese Pumpen werden üblicherweise mit einer kleinen Operation direkt implantiert.
  • Wie lange nehmen? Baclofen wird – insofern es gut vertagen wird – häufig zur Langzeittherapie von schweren Spastiken verschrieben und über mehrere Jahre täglich eingenommen. Die normale Dosierung beträgt zwischen 30 und 75 mg am Tag. Höhere Dosen werden nur unter stationärer Überwachung empfohlen.
  • Wie lange bleibt Baclofen im Körper? Die Halbwertszeit von Baclofen beträgt etwa 7 Stunden.

Kann man Baclofen rezeptfrei kaufen?

Baclofen ist rezeptpflichtig, deshalb können Sie es in Deutschland nicht rezeptfrei kaufen. Nur per Rezept kann das Medikament in der Apotheke erworben werden. 

Erfahrungen in der Schwangerschaft

1. Trimenon

Auf der Grundlage zahlreicher Fallberichte und einer kleinen Multicenterstudie haben sich bisher keine ernsthaften Hinweise auf ein teratogenes Risiko ergeben. Allerdings wurden in der Studie mit 134 per os exponierten Patientinnen eine mit 4,8% höhere Fehlbildungsrate beobachtet als in der nicht-exponierten Vergleichsgruppe (1,2%). Die Fehlbildungsrate der Vergleichsgruppe ist jedoch auffällig niedrig und die in der Baclofengruppe diagnostizierten Fehlbildungen deuten nicht auf ein spezifisches Muster hin.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Nach oraler Therapie, für die ja vielfach höhere Dosen als für eine intrathekale Therapie benötigt werden, wurden mehrfach Anpassungsstörungen beim Neugeborenen beschrieben, allerdings zum Teil bei ZNS-aktiver Co-Medikation der Mutter. Darunter war auch ein Neugeborenes mit anhaltenden Krampfanfällen, die nur durch eine ausschleichende Therapie mit Baclofen zu behandeln waren. In mehreren Fallberichten wurde deshalb prophylaktisch beim Neugeborenen eine Entzugstherapie mit Baclofen in ausschleichender Dosierung direkt nach der Entbindung begonnen, die gut vertragen wurde. Die Anpassungsstörungen traten zum Teil mehrere Tage verzögert auf.
Nach mütterlicher intrathekaler Therapie mit deutlich niedrigeren Dosen wurden in zahlreichen Fallberichten keine Auffälligkeiten beschrieben. Dies allein sollte aber nicht Grund für die invasive Verabreichung bei der Mutter sein.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Baclofen gehört in der Schwangerschaft nicht zu den Mitteln der Wahl und sollte Ausnahmesituationen vorbehalten sein.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Eine Exposition mit Baclofen rechtfertigt weder einen Schwangerschaftsabbruch noch invasive Diagnostik. Zur Bestätigung der normalen Organentwicklung des Feten sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Bei einer oralen Therapie mit Baclofen im 2./3. Trimenon bis zur Geburt sollte die Entbindung in einem Perinatalzentrum erfolgen und das Kind postpartal überwacht werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

Physiotherapeutische Maßnahmen und Antiphlogistika/ Antirheumatika wie Ibuprofen (bis Schwangerschaftswoche 28) sind der Anwendung von Baclofen vorzuziehen. Kurzzeitig kann die spannungslösende Wirkung des besser untersuchten Diazepam genutzt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 2,5-4 h (in der Muttermilch 5,6h); Proteinbindung: 30%; molare Masse: 214; relative Dosis: 3-5%; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik

In den wenigen vorliegenden Fallberichten gibt es bisher keine Hinweise auf eine Unverträglichkeit einer mütterlichen Baclofen-Therapie für den gestillten Säugling. Insbesondere bei intrathekaler Therapie ist nicht mit Auffälligkeiten zu rechnen.

Empfehlung

Die Indikation für den Einsatz eines Myotonolytikums sollte in der Stillzeit sehr kritisch geprüft werden. Physiotherapeutische Maßnahmen und Antiphlogisika/ Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac sind vorzuziehen. Bei einer notwendigen Kurzzeittherapie kann im Einzelfall die spannungslösende Wirkung niedriger Dosen des besser untersuchten Diazepam genutzt werden. Bei einer notwendigen Dauertherapie ist das Stillen bei guter Beobachtung des Säuglings unter Vorbehalt akzeptabel.

Alternativen zu Baclofen

Ein weiteres Medikament, das ebenfalls in der Behandlung von schweren Spastiken verwendet wird, ist Tizanidin (Sirdalud®). Dieses wirkt auf einem anderen Weg als Baclofen: Tizanidin ist ein Agonist an alpha2-Rezeptoren. 

Es existieren auch weitere Alternativen, die zur Entspannung der Muskulatur eingesetzt werden können: Dazu zählen zum Beispiel Tetrazepam und Pregabalin (Lyrica®).

Für dieses Produkt gibt es keine Erfahrungsberichte.

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