Dilantin

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Dilantin (Wirkstoff Phenytoin) wird zur Behandlung von Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Nervenschmerzen (neurogenen Schmerzen) eingesetzt. Da es für manche Krankheitsbilder unerlässlich ist, hat die Weltgesundheitsorganisation Dilantin in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufgenommen. Hier lesen Sie alles Wissenswerte zu Dilantin: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen.

So wirkt Dilantin

Die Krankheit Epilepsie wird weltweit intensiv beforscht und doch sind bisher nicht alle Mechanismen der Krankheitsentstehung bekannt. Die verschiedenen Ausprägungen von Epilepsie gehen jedoch meist auf eine „Fehlsteuerung“ im Gehirn zurück. Dabei senden einzelne Nervenzellen (Neuronen) oder ganze Verbände von Nervenzellen im Gehirn plötzlich hochfrequente Signale aus, die über die Nervenzellfortsätze andere Hirnregionen erreichen. Diese Übererregung von Neuronen kann auf einzelne Bereiche im Gehirn begrenzt sein (fokaler Anfall, Herdanfall) oder nicht begrenzt auftreten (generalisierter Anfall). Die rasche Weiterleitung der Signale entlang der Neuronenfortsätze basiert auf dem Einstrom von Natriumionen. Dieser Prozess kann mit Wirkstoffen wie Dilantin gehemmt werden: Es wird dabei ein Teil der Natriumkanäle blockiert. Dadurch können die übererregten Bereiche des Gehirns nicht mehr weitere Gebiete erreichen, und das Risiko für einen Krampfanfall sinkt.

Auch im Herzen werden Natriumionen zur Signalüberleitung genutzt. Durch Blockade der Natriumkanäle kann hier Dilantin die durch zu schnelle Signale ausgelösten Herzrhythmusstörungen beenden und so den Herzrhythmus normalisieren.

Experten gehen davon aus, dass auch die Linderung von Nervenschmerzen (neurogenen Schmerzen) durch Dilantin auf einer Blockierung des Natriumkanals beruht: Das hemmt die Weiterleitung von Schmerzsignalen.

Einnahme, Abbau und Ausscheidung von Dilantin

Nach der Einnahme wird der Wirkstoff im Darm aufgenommen. Da er nicht gut wasserlöslich ist, wird er im Blut mit Hilfe von Transportproteinen (Albumin) befördert. Dilantin wird in der Leber abgebaut und dann größtenteils mit der Galle über den Stuhl ausgeschieden. Die Zeit, bis die Hälfte der aufgenommenen Dosis wieder ausgeschieden ist, hängt von vom Blutspiegel des Wirkstoffes ab, liegt jedoch meist zwischen 20 und 60 Stunden.

Wann wird Dilantin eingesetzt?

Der Wirkstoff Dilantin ist als Antiepileptikum zur Behandlung bestimmter Krampfanfall-Formen zugelassen. Dazu gehören fokal eingeleitete generalisierende und generalisierte tonisch-klonische Anfälle, einfache und komplexe Partialanfälle und Kombinationen dieser Anfallsarten. Dilantin kann auch bei akuten Anfällen sowie bei einem „Status epilepticus“, also einem besonders langen Krampfanfall, angewendet werden. Zusätzlich ist es auch zur Vorbeugung und Behandlung von Anfällen während neurochirurgischen Operationen und bei schweren Hirntraumata zugelassen.

Als Mittel der zweiten Wahl kann Dilantin zur Linderung von Nervenschmerzzuständen verabreicht werden.

Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen mit Dilantin ist ein sogenannter „off-label-use“, also eine Anwendung außerhalb des Zulassungsbereichs.

So wird Dilantin angewendet

Zur Behandlung und Vorbeugung epileptischer Anfälle wird Dilantin üblicherweise in einer bis drei Einzelgaben pro Tag eingenommen, wobei die Tagesgesamtdosierung 300 Milligramm Dilantin beträgt. Zu Beginn der Behandlung erfolgt die Dosierung „einschleichend“, es wird also erst eine sehr niedrige Dosierung verabreicht, die dann langsam gesteigert wird. Höhere Dosierungen können bei schwereren Krankheitsformen notwendig sein. Die Dosiserhöhung – besonders wenn die Dosierung schnell gesteigert wird – darf allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Die Tabletten sollten mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Bei längerfristiger Einnahme kann die Tagesgesamtdosis auf ein bis zwei Einzelgaben aufgeteilt werden.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach dem Grund der Einnahme, sie kann sowohl kurzzeitig (bei neurochirurgischen Operationen) oder langfristig (zu Symptomkontrolle bei Epilepsie) erfolgen.

Welche Nebenwirkungen hat Dilantin?

Viele unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind bei der Behandlung mit Dilantin dosisabhängig. Daher wird die Dosierung vom Arzt meist so gewählt, dass nach Möglichkeit nur wenige oder keine Nebenwirkungen auftreten.

Bei einem von hundert bis tausend Patienten kann es zu Hautveränderungen wie einer übermäßigen Pigmentierung und vermehrter Behaarung kommen. Ebenso ist eine Zahnfleischwucherung möglich.

Seltene Dilantin-Nebenwirkungen sind zum Beispiel Blutbildveränderungen, schwere Herzrhythmusstörungen, Störungen der Leberfunktion und allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Schwellung). Beim Auftreten allergischer Reaktionen sollte Dilantin nicht weiter eingenommen und ein Arzt kontaktiert werden.

Was ist bei der Einnahme von Dilantin zu beachten?

Zusätzlich eingenommene Wirkstoffe können mit Dilantin Wechselwirkungen eingehen. Dies ist häufig der Fall, wenn beide Wirkstoffe über dieselben Wege im Körper transportiert oder abgebaut werden. In der Folge kann Dilantin entweder beschleunigt oder aber verzögert abgebaut werden.

Zu einem gesteigerten Abbau von Dilantin und damit zu einer Verringerung seiner Wirkung kann es durch die Kombination mit bestimmten Antibiotika (Ciprofloxacin, Rifampicin), Antiepileptika (Vigabatrin, Primidon), HIV-Medikamenten (Lopinavir, Ritonavir) und weiteren Wirkstoffen (Dexamethason, Theophyllin) kommen. Auch Alkoholmissbrauch und Folsäure (Vitamin B9) können die Wirkung von Dilantin mindern.

Bei einem verzögerten Abbau von Dilantin kann sich sein Blutspiegel gefährlich erhöhen. Möglich ist dies etwa bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten Antibiotika (Chloramphenicol, Erythromycin, Sulfonamide), Mitteln gegen Epilepsie (Valproat, Topiramat, Oxcarbazepin), Schmerzmitteln (Acetylsalicylsäure, Phenylbutazon, Propyphenazon), Antidepressiva (Fluoxetin, Amitriptylin, Imipramin) und Wirkstoffen gegen Pilzinfektionen (Ketoconazol, Fluconazol, Amphotericin B).

Dilantin dregt ie Bildung des arzneimittelabbauenden Enzyms Cytochrom P450 3A4 an. Dadurch werden Wirkstoffe, die über dieses Enzym verstoffwechselt werden, schneller abgebaut. Das betrifft zahlreiche verschiedene Arzneistoffe, weshalb die gleichzeitige Anwendung von Dilantin und anderen Medikamenten immer zuvor mit dem Arzt oder Apotheker abgeklärt werden sollte.

Das Antiepileptikum Dilantin darf nicht plötzlich abgesetzt werden, da es sonst zu einer Anfallshäufung und zum Auftreten eines Status epilepticus kommen kann.

Dilantin kann dosisabhängig zu Fehlbildungen des Kindes im Mutterleib führen. Bei Schwangeren mit Epilepsie sollte daher die Dosis in Abhängigkeit der Schwere der Krankheit maximal reduziert werden, um möglichst sicher eine Anfallsfreiheit zu erreichen. Zusätzlich sollte Dilantin in der Schwangerschaft nicht mit weiteren Antiepileptika kombiniert werden.

Dilantin geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über, weshalb Abstillen nicht erforderlich ist. Der Säugling sollte allerdings stets überwacht werden, dass er kontinuierlich Gewicht zunimmt und nicht übermäßig müde ist.

Patienten, die von Thailändern oder Han-Chinesen abstammen, können ein erhöhtes Risiko für eine schwere allergische Hautreaktion (Stevens-Johnson-Syndrom) bei der Behandlung mit Dilantin tragen.

Kinder und Jugendliche unter 50 Kilogramm Körpergewicht können mit einer entsprechend angepassten Dosierung behandelt werden.

So erhalten Sie Medikamente mit Dilantin

Der Wirkstoff Dilantin ist nach ärztlicher Verschreibung in der Apotheke erhältlich. Wegen der vielfältigen Wechselwirkungen sollte zu Beginn der Behandlung und jeder Änderung der Medikation der Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden.

Seit wann ist Phenytoin bekannt?

Phenytoin wurde erstmals 1908 vom deutschen Chemiker Heinrich Biltz chemisch hergestellt, der seine Entwicklung an die Pharmafirma Parke-Davis verkaufte. Erst 1938 entdeckten Wissenschaftler die gute krampfunterdrückende Wirksamkeit von Phenytoin. Im Gegensatz zum Antiepileptikum Phenobarbital fehlt aber die stark einschläfernde Nebenwirkung. Es wurde in den USA 1953 zugelassen. Da das Patent lange ausgelaufen ist, gibt es auf dem deutschen Arzneimittelmarkt mittlerweile zahlreiche Generika mit dem Wirkstoff Phenytoin.

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